Grußworte des Vorsitzenden Thorsten Lobert

  

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 

als ich im Dezember 1987 am „Tag der offenen Tür“ zum ersten Mal in die noch junge Gesamtschule an der Horster Straße kam, war ich gerade einmal 10 Jahre alt. Im Sommer sollte ich in die fünfte Klasse kommen und so musste ich mich nun für eine Schulform entscheiden. Für mich stand der Entschluss schnell fest. Ich möchte auf die Gesamtschule. Davon konnte mich auch nicht der gewaltige Stundenplan abhalten, der damals an jedem Tag (außer dienstags) um 08:15 Uhr begann und erst um 16 Uhr endete. Vor allem reizten mich Fächer mit den Namen: Arbeitsstunde, AG oder Tut.

 

Dies ist nun über 23 Jahre her.

 

Im Sommer 1997 machte ich im dritten Jahrgang der Oberstufe mein Abitur und begann meinen Zivildienst. Spä­ter studierte ich Bauingenieurwesen in Essen. Aber mit meinem Abitur endete für mich nicht, wie für so viele, das Leben an der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Ab 1998 leitete ich eine Zeit lang zusammen mit Herrn Witt die Schülerband, half bei Schulfesten und Musical-Aufführungen, Musik- und Kulturabenden, Abiturfeiern und Ab­schlussfeiern des 10. Jahrgangs.

 

Für mich war und ist die Gesamtschule die herausragende Schulform, mit der sich Realschulen, Gymnasien und Berufskollegs nicht vergleichen können. Denn neben dem eigentlichen Schulwissen habe ich an der Gesamt­schule vor allem meine sozialen Kompetenzen im Umgang mit Mitschülern aus allen sozialen Schichten, sowohl Kindern von arbeitslosen Eltern, Alleinerziehenden, Arbeitern, Angestellten und Selbstständigen erlangt. Durch die Ideen vom Leben von Kindern des Namensgebers der Schule, Janusz Korczak,  die in unserer Schule ein wichtiger Bestandteil der Erziehung sind,  war es uns Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern, völlig egal, unter welchen Umständen Freunde aufwuchsen. Was zählte, war der Mensch. Und ich bin mir sicher, dass durch das tägliche Zusammensein in Mittagspausen, Arbeitsstunden und Arbeitsgemeinschaften an der Gesamtschule Freundschaften gebildet werden, die in 15minütigen Pausen nicht entstehen können. So kann ich mir auch erklären, dass viele frühere Schüler, auch lange nach dem sie die Schule verlassen haben, immer noch gerne zu Klassen- und Ehemaligentreffen kommen oder ihre alten Lehrerinnen und Lehrer in der Schule besuchen.

 

Mit meinem Beitritt zum Förderkreis im Herbst 2010 und der Wahl zum Vereinsvorsitzenden im Februar 2011 habe ich die Möglichkeit, die nächste Generation zu unterstützen, so dass Kinder weiterhin gerne zur Schule gehen und Stolz darauf sind, dass in ihrer Schule nicht nur Deutsch, Mathematik oder Naturwissenschaften unter­richtet werden, sondern weil sie hier auch künstlerisch, musikalisch, sportlich, medizinisch und sozial gefördert werden können.

 

Bei allen, die den Förderkreis als Mitglied oder Spender in den letzten Jahren bereits unterstützen oder unter­stützt haben, bedanke ich mich herzlich. Vor allem geht mein Dank an die Fördermitglieder, die, auch nachdem Ihre Kinder die Schule verlassen haben, der Schule mit ihren Mitgliedsbeiträgen weiterhin helfen.

 

Wenn Sie noch nicht zu dieser Gruppe gehören und den Förderkreis aktiv unterstützen wollen, würde ich mich über eine Beitrittserklärung sehr freuen. Mit einem Mindestbeitrag von nur 6€ können Sie die Projekte an der Janusz-Korczak-Gesamtschule unterstützen, die ohne diese Hilfe gar nicht oder nur bedingt stattfinden können. Und 6€ sind nur 50 Cent im Monat, weniger als 2 Cent am Tag. Denken Sie einmal darüber nach!

Selbstverständlich können Sie aber gerne auch mehr als 2 Cent am Tag in den Förderkreis investieren. Die Grenze nach oben ist offen ;-)

 

Ich schließe mit einem Zitat von Janusz-Korczak: „Habe Mut zu dir selbst, und suche deinen eigenen Weg.“ Viel­leicht führt er ja in den Förderkreis der Janusz-Korczak-Gesamtschule.

 

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Lobert, Vorsitzender des Förderkreises